Wirbel um Papst-Äusserung zu Kondomen: Vatikan beklagt «Medienkampagne»
Aktualisiert am 17.04.2009 15 Kommentare
Umstrittene Aussagen zum Gebrauch von Präservativen: Papst Benedikt XVI. (Bild: Keystone)
Die Aussagen von Papst Benedikt XVI. seien aus dem Zusammenhang gerissen worden und hätten «eine beispiellose Medienkampagne» zur Folge gehabt, erklärte der Vatikan am Freitag. Benedikt hatte gesagt, er halte die Verteilung von Kondomen nicht für die richtige Lösung im Kampf gegen Aids in Afrika. Damit könne man das Problem nicht beheben, sondern vergrössere es vielmehr, hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche erklärt. Der Vatikan setzt im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit auf sexuelle Enthaltsamkeit.
Breite Kritik an Papst-Aussagen
Das Parlament in Belgien hatte die Aussagen in einer Anfang April verabschiedeten Resolution als «inakzeptabel» zurückgewiesen. Man bedauere, dass die Abgeordneten Benedikt aufgrund isolierten Auszügen eines Interviews beurteilt hätten, hiess es dazu am Freitag in Rom. «Einige Gruppen» hätten die Aussagen des Papstes benutzt, um ihn einzuschüchtern, «als wenn dem Papst davon abgeraten werden sollte, sich zu äussern», erklärte der Vatikan.
Die Aussagen Benedikts hatten bei Politikern in der ganzen Welt sowie bei Uno- und Aidshilfe-Organisationen Kritik ausgelöst. Auch das britische Fachmagazin «The Lancet» sprach von einer unverantwortlichen und gefährlichen Haltung.(vin/ap)
Erstellt: 17.04.2009, 16:47 Uhr



