Neue Missbrauchsvorwürfe in Irland
23.07.2009
Die Nationalpolizei geht knapp 100 neuen Vorwürfen gegen katholische Geistliche nach
Dublin (KAP) Die Kirche in Irland sieht sich neuen Missbrauchs- und Misshandlungsvorwürfen ausgesetzt. Die Nationalpolizei (“Gardai”) gehe knapp 100 neuen Vorwürfen gegen katholische Geistliche nach, wie irische Medien am Mittwoch berichteten. Die Betroffenen hatten sich bei einer Hotline gemeldet, die nach Veröffentlichung des “Ryan Reports” über Kindesmissbrauch in Irland im Mai eingerichtet wurde. Zudem hat eine Untersuchungskommission einen weiteren Bericht über die Missbrauchs-Situation in der Erzdiözese Dublin an Justizminister Dermot Ahern übergeben.
Mehr als die Hälfte der bei der Nationalpolizei angezeigten neuen Vorwürfe beziehen sich auf sexuellen Missbrauch durch katholische Ordensleute, hieß es; bei den übrigen handle es sich um körperliche Züchtigung. Die Polizei bereite die Übergabe der Akten an die Staatsanwaltschaft vor. Diese müsse dann entscheiden, ob Anklage erhoben wird.
Der Dublin-Bericht wiederum dokumentiere rund 450 Fälle. In dem Bericht werden auch die Reaktionen von Kirche, Polizei und Gesundheitsbehörden auf die Missbrauchsvorwürfe gegen Priester seit Mitte der siebziger Jahre aufgezeigt. Wann er veröffentlicht wird, sei noch unklar. Generalstaatsanwalt Paul Gallagher müsse den Bericht zunächst prüfen.
Im Mai hatte die Veröffentlichung des “Ryan Report” für Schlagzeilen gesorgt. Er belegt, dass zwischen 1930 und 1990 mehr als 2.000 Kinder in kirchlichen Einrichtungen in Irland misshandelt, geschlagen oder sexuell missbraucht wurden.



