Schlammschlacht um die Wahrheit im Fall Mixa
Was passierte vor dem Rücktritt des Augsburger Bischofs Mixa? Immer mehr Details sprechen für eine Kirchen-Intrige.

Die Debatte über die Umstände des spektakulären Amtsverzichts des Augsburger Bischofs Walter Mixa (69) ist vorerst nicht zu stoppen. Ins Zentrum der Diskussion rückt jetzt die Frage nach dem Verhalten hochrangiger Vertreter der Kirche. Darüber wird nach wie vor in vielen der 27 deutschen Diözesen und im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) diskutiert.
Symptomatisch für die Irritationen in großen Teilen des Katholizismus ist der Kommentar der in Würzburg erscheinenden „Tagespost“. Die katholische Tageszeitung spricht offen von einer „Schlammschlacht“ in der Causa Mixa. Die Kommentatoren zeigen sich empört über die „zunehmende Politisierung kirchlichen Handelns, die hier zutage trat“.
Über Wochen hätten kirchliche Kreise Medien „bedient“. Am Ende sei ein vertrauliches Dossier Medienvertretern gezielt zugespielt worden, dessen Inhalt (angebliche Alkoholsucht und ebenfalls nicht belegte sexuelle Übergriffe Mixas) am Tag nach der Veröffentlichung seitens der Bischofskonferenz offiziell bestätigt worden sei. Von solch „klassisch-politischen“ Vorgehensweisen könne man sich nur mit Grauen abwenden, resümiert das dem konservativen Spektrum der Kirche eng verbundene Blatt.



